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fairlangen.org - fair leben in Erlangen |
Kontext: Die Stadt Erlangen ist mit 105.000 Einwohnern die kleinste Großstadt in Bayern. Als Uni- und Siemens-Standort liegt Erlangen regelmäßig bei deutschlandweiten Städterankings auf den vorderen Plätzen, u.a. als Stadt mit der höchsten Akademikerdichte. „fairlangen.org – fair leben in Erlangen“ ist eine Inititave von ELIA, einer jungen, eigenständigen Gemeinde in der evangelischen Kirche. |
Vision: „Erlangen wird fairer“ ist die Kurzfassung der Vision von fairlangen.org. Die Erlanger Bürger, Unternehmen und Stadtverwaltung sollen motiviert werden, gerechter und nachhaltiger zu leben. Dazu sollen sie über fairlangen.org alle notwendigen Informationen bekommen. |
Zielsetzung: Die Initiative "fairlangen.org – fair leben in Erlangen" setzt sich für einen fairen und nachhaltigen Lebensstil ein. Mit einer Website und Veranstaltungen werden Menschen im Raum Erlangen Ideen und Tipps gegeben, wie man nachhaltiger und fairer leben kann. Auf der Website fairlangen.org werden in den Bereichen „sparen“, „einkaufen“, „leben“, „mobil sein“, „aktiv werden“ und „informieren“ ganz konkrete Vorschläge gemacht, wie jeder im Alltag etwas nachhaltiger und gerechter leben kann. So gibt es z.B. Infos über Ökostrom, einen umfangreichen Einkaufsführer (Fairtrade und Bio) und Infos, wie man sich politisch oder sozial engagieren kann. Dabei ist es uns wichtig, deutlich zu machen, dass es nicht darum geht, das ganze Leben auf einmal radikal zu verändern, sondern mit kleinen Schritten zu beginnen. Neben der Website spielen Kooperationen eine wichtige Rolle. fairlangen.org versucht mit allen Organisationen, die sich für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit in Erlangen einsetzen, zusammen zu arbeiten, um Veränderungen in Erlangen zu bewirken, die sich global auswirken. |
Ablauf: Die Idee zu fairlangen.org entwickelte sich im Rahmen des „Just People?“-Kurses der Micha-Initiative. Dieser Kurs zum Thema Armut und soziale Gerechtigkeit, der sich als „Gebrauchsanweisung zu globaler Nächstenliebe“ versteht, wurde Anfang 2009 in der ELIA-Gemeinde durchgeführt. In dem Kurs, in dem es darum ging, was der Auftrag der Christen zu diesen Themen ist und wie man als Einzelner und als Gemeinde gegen Armut und Ungerechtigkeit aktiv werden kann, sollte als Abschluss ein gemeinsames Projekt gemacht werden. Den Teilnehmern des Kurses war es wichtig, dass das Projekt nicht nur kurzfristig, sondern „nachhaltig“ wirksam ist. Da den Teilnehmern eine Übersicht über die konkreten Handlungsmöglichkeiten (in den Bereichen Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit) in Erlangen fehlte und jeder Teilnehmer andere Erfahrungen und Kenntnisse einbrachte, kam die Idee, diese zu bündeln und auf einer Website zu veröffentlichen. Damit konnten auch Erlanger, die den Kurs nicht besucht hatten, davon profitieren. Daraus entstand zunächst ein Team, das die Website gestaltete und mit Inhalt füllte. Schon bald entwickelten sich von der Website ausgehend zahlreiche zahlreiche Kooperationen mit anderen Initiativen und Organisationen in Erlangen und darüber hinaus. Aus diesen Kooperationen entstanden verschiedene Veranstaltungen und Aktionen, wie Ausstellungen, Events zu fairer Mode und auch die Dokufilmreihe „Weitsicht ERlangen“ im Kino des Kulturzentrums E-Werk. Außerdem treffen sich seit Sommer 2011 durch fairlangen.org initiiert unter den Motto „Erlangen wird fairer“ regelmäßig Vertreter von verschiedenen Erlanger Organisationen, Läden und Gastrobetrieben, die sich für Fairtrade einsetzen. In diesem Rahmen fanden schon Aktionen u.a. zur Fairen Woche statt, weitere Aktionen wie eine Stadtrallye werden geplant. Außerdem wurden eine Stadtschokolade und ein Stadtkaffee „Genuss ERlangen“ eingeführt. Fairlangen.org initiierte auch den Prozess zur Bewerbung Erlangens als Fairtrade-Stadt. Mit diesem Titel soll das Thema Fairtrade in Erlangen noch bekannter werden. Die Bürger und die Stadtverwaltung sollen dazu motiviert werden, bei ihrem Einkauf auf Fairtrade zu setzen. |
Transformative Wirkung: Mit www.fairlangen.org gibt es erstmals eine umfassende Informationsquelle zu einem „fairen und nachhaltigen Lebensstil“ in Erlangen. Erlanger, die ihr Leben in bestimmten Bereichen nachhaltiger gestalten wollen, finden auf www.fairlangen.org die dafür notwendigen Informationen, wie und wo sie das umsetzen können. Die bisherigen Reaktionen auf die Initiative waren durchweg positiv. Regelmäßig berichten Besucher der Website, dass sie dort angesprochene Punkte umgesetzt haben, bzw. dass sie zum Nachdenken über das Thema angeregt wurden. Auch die Möglichkeit, ergänzende Vorschläge einzureichen wird häufig genutzt. In den letzten Monaten waren vor allem die „Erlangen wird fairer“-Aktivitäten erfolgreich, besonders die Einführung der „Genuss ERlangen“- Produkte. Auch die Schritte zur Bewerbung als Fairtrade-Stadt waren bisher erfolgreich: Der Stadtrat diskutierte angeregt über Fairtrade und stimmte mit nur einer Gegenstimme für die Bewerbung. In den genannten Punkten zeigt sich die transformative Wirkung des Projektes: Einzelne Menschen und auch die gesamte Stadtverwaltung überdenken und ändern durch fairlangen.org angeregt ihr Konsumverhalten und ihren Lebensstil. Und auch die Kooperationen bewirken Veränderungen: Menschen, Organisationen und Geschäfte, die vorher nicht kooperierten, werden zusammengebracht und setzten sich nun gemeinsam für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit ein. Außerdem ist fairlangen.org ein Konzept, dass auf andere Orte gut übertragbar ist. In einigen Städten wurden ähnliche Projekte durch fairlangen.org inspiriert gestartet und von fairlangen.org bei der Entstehung unterstützt: fair-life.de, marburg-fairbinden.de, fairbremt.de. |
AutorIn: Daniel Hufeisen |
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